16
Jan
09

帰って来た!

Bin wieder da!

Hallo, falls noch jemand zuliest, vielen Dank für die fortgesetzte Neugier. Ich bin jetzt wieder dran, werde meine Reisen in Japan bis Dezember noch nachtragen und dann von allen neuen Entwicklungen berichten. Und diesmal wirklich. Zum Beweis hab ich meinen zweiten Tag in Nikkô hochgeladen und den dritten fertig geschrieben – da laden die Fotos aber noch hoch, das dauert noch etwas… den Artikel werde ich wohl erst morgen hochstellen…

Vielen Dank, wenn ihr noch hinlest, und viel Spaß mit dem neuen Artikel und den anderen, die in den nächsten Tagen kommen werden – versprochen.

Zu meiner Situation: Ich bin einen Monat in Deutschland gewesen, habe dort endlich mein richtiges Visum bekommen und Weihnachten mit meiner Familie gefeiert (bzw. bin am Esstisch eingeschlafen und erst wieder aufgewacht, als alles schon vorbei war), und jetzt bin ich wieder in Tôkyô, bis anfang März meine Familie kommt, mit der es auf die nächste Tour geht, und danach geht es nach Okinawa, wo ich einen Sommerjob im Tauchparadies haben werde.

Bis dahin freu ich mich auch immer über Kommentare.

よろしく (viele Grüße), Anton

18
Jan
09

wallpaper

Mich haben schon mehrere Leute gefragt, ob sie eines meiner Bilder in groß haben können, um es als Wallpaper zu benutzen. Natürlich. Gerne.

18
Jan
09

日光、完結

Nikkô, Abschluß

Nach dem Tempel- und Schreinbezirk war der Tag noch nicht zu Ende. Da ich ziemlich früh aufgestanden war und der Strom von Menschen und die Tatsache, dass es ja letztlich doch keine Museen sind, dafür sorgen, dass man erstaunlich schnell durch das Weltkulturerbe durch ist, während der Tee aus den überall vorhandenen Automaten (die ich übrigens in Deutschland sehr vermisst habe) jeglicher Erschöpfung vorbeugt, habe ich also noch zwei weitere Sehenswürdigkeiten abgeklappert: Die Ganman-ga-fuchi-“Schlucht“ und die Tamozawa-Villa, die der kaiserlichen Familie gehört und in der der Shôwa Tennô den zweiten Weltkrieg verbracht hat.

Wie schon im Sankei-en, ist dieses Gebäude nicht original hier erbaut worden. Zusätzlich ist es gar kein einzelnes Gebäude, sondern wurde, wie man auf obigem Bild fast erahnen kann, aus zwei Gebäuden zusammengesetzt, die unabhänging voneinander erbaut und dem Kaiser zu unterschiedlichen Zeiten geschenkt wurden, und zwar mit solchen Steckverbindungen:

Woran man noch sehen kann, dass das Haus nicht von der kaiserlichen Familie erbaut wurde, ist dies hier:

Das ist ein Metallbeschlag aus dem Haus, und wenn man mal über das verschwommene Foto hinweg sieht (ging nicht besser, war durch dickes Glas…), kann man sehen, dass das obere Teil, der ursprüngliche Beschlag, das Drei-Malvenblätter-Wappen der Tokugawa trägt. Der Knopf darunter ist über dem Wappen angebracht gewesen, um es zu verdecken – und trägt das kaiserliche Chrysanthemensiegel.

Das Audienzzimmer. Die Mischung aus Westen und Tradition sitzt ästhetisch noch nicht so richtig…

Eine Tür. Warum auch nicht. Mit im Bild: Ein Meisterwerk traditioneller Tuschmalerei. Im einen Flügel ist jede verdammte Tür mit einem solchen Werk versehen. Grr.

Meine ersten Steingärten. Die Ästhetik dieser hier hat mich ehrlich gesagt mehr beeindruckt als die der berühmtesten Gärten in Kyôto.

Hier drunter liegt der kaiserliche Luftschutzbunker. Kein Witz.

Mein Letztes Ziel in Nikkô war die Ganman-ga-fuchi-“Schlucht“. Schlucht, weil ‘Fuchi’ schlucht bedeutet, und „Schlucht“, weil es eher ein leichter Einschnitt ins Gestein ist.

Das besondere sind aber sowieso hier nicht die nichtvorhandenen Abgründe, sondern die sehr wohl vorhandenen Jizô-Statuen, die ihre eine Seite säumen.

Es sind viele.

Wie viele es genau sind, weiß keiner. Die Legende besagt nämlich, dass man, wenn man in eine Richtung zählenderweise geht, man nach den ca. 20 Minuten, die dieser Spaziergang dauert, zu einem anderen Ergebnis kommt als wenn man in der anderen Richtung zählt. Deshalb gelten die Jizôs als unzählbar. Ziemlich in der Mitte gibt es daher den Bake-Jizô oder Gespenster-Jizô, der mit einem spitzbübischem Lächeln und einem Schriftzeichen für „unnütz, vergeblich“ auf dem Gewand den Zählenden zum Besten hält. Das Foto von ihm ist – passenderweise – auch dem Datenlochfraß zum Opfer gefallen…

Die Schluchtheit des Ortes beschränkt sich aber auf so was hier:

Schön, ja. Aber Schlucht? Naja, eich Schlüchtelchen.

Auf dem Rückweg in die Stadt dann gelang es mir erfolgreich, mich komplett im Wald zu verlaufen. Das war zwar blöd, weil ich so langsam doch recht hungrig und müde war, aber andererseits wieder gut, weil ich dabei durch Zufall auf einen Friedhof stieß, der mir 1. durch seinen Anfahrtsweg den Weg zurück in die Stadt wies, und 2. noch für ein paar sehr schöne Fotos gut war. Und damit: Schluss für heute.

17
Jan
09

Werbung

Diese Werbung kommt hier (ohne Ton, mit Untertiteln) täglich in der Bahn. Dachte, das muss ich euch mal zeigen.

17
Jan
09

日光第三部

Nikkô, die Dritte

Meinen dritten und letzten ganzen Tag in Nikkô verbrachte ich zum Großteil im Tempel- und Schreinbezirk, der vor Weltkulturerbe nur so strotzt. Die Hauptattraktionen sind der untere Teil des schon erwähnten Futarasan-jinja, der Tôshô-gû und der Rinnô-ji. Den Tôshô-gû hatte ich ja schon gesehen, also habe ich den auch ausgelassen. Stattdessen habe ich mir den Taiyuin-byô angesehen, der immer gern ausgelassen wird, wofür sich jeder, der das tut, schämen sollte, der hat mir nämlich mit am besten gefallen, wenn ich das so sagen darf.

Nun, leider darf man in den meisten dieser Örtlichkeiten nicht fotografieren, aber ich habe durchaus ein paar schöne Bilder geschossen, die die Stimmung dieser Gegend gut wiedergeben. Auch die Umgebung der eigentlichen Attraktionen ist alles andere als unansehnlich. Leider sind von diesem Tag auch einige Fotodateien „beschädigt“ und lassen sich nicht öffnen – wer weiß, was da wieder los war… aber schaut einfach.

So – nur mit mehr Leuten – sehen viele der Wege hier in der Gegend aus. Direkt hinter mir könnt ihr euch jetzt die Shinkyô-Brücke vorstellen.

Eine Ecke des Rinnô-ji; hier ist er von vorne (wikimedia commons; mein eigenes Foto ist verloren gegangen).

Vorbei gehts wieder am Tôshôgû, und von dem hab ich jetzt doch noch ein paar Fotos wiedergefunden:

Hier gehts rein.

Teil des Schreingeländes; links von mir geht es jetzt zur Halle des weinenden Drachen, einer Halle, in der die Decke mit einer Drachendarstellung geschmückt ist, hinter der sich eine irgendwie geartete Resonanzvorrichtung verbergen muss. Ein Mönch schlägt Klanghölzer an, und wenn er sie direkt unter dem Kopf anschlägt (und nur dort), entsteht ein lang nachhallender, rollender Ton, der von der Decke herabklingt.

Tor und Glockenturm aus dem Bild oben in Nahaufnahme. Dann geht es zum Futarasan-jinja, und zwar hier lang:

Am Futarasan-Jinja darf man als normalsterblicher kaum fotografieren, und die Fotos, die ich gemacht habe, kämen jetzt, wenn sie nicht auch zerstört worden wären… Ich habe aber hier ein sehr schönes Foto gefunden (wikimedia commons); der Honden darf nicht von innerhalb des Zaunes fotografiert werden.

Jetzt aber gehts auch schon zu meinem Lieblingsteil (nach dem Tôshôgû, muss ich sagen): Der Taiyuin-Byô ist, wenn mans ganz genau nimmt, ein Teil des Rinnô-ji, ist aber gut 10 minuten zu Fuß und damit einen Spaziergang durch den Rest des Tempel- und Schreinbezirks von dessen Haupthalle entfernt. Hier ist Tokugawa Iemitsu, der Enkel von Tokugawa Ieyasu, begraben.

Der Eingang.

Links vom Eingang.

Weitere Laternen und das eigentlich Mausoleum, das man natürlich wieder einmal nicht fotografieren darf.

Ein Baku, der traumfressende Tapir der chinesischen Mythologie, am Eingangstor (obere Ecken des Durchgangs).

Der Haiden (eine art Gebetshalle).

Eine Laterne vor dem Haiden. Man beachte die goldenen Malvenwappen der Tokugawa-Familie auf dem „Deckel“ sowie die Tatsache, dass diese Laterne aus Kupfer gefertigt ist. Kupferlaternen gibt es nur an Schreinen und Tempeln, die einem Shôgun aus der Tokugawa-Familie geweiht sind.

So, gute Nacht – hier ist es schon fast 24:00 Uhr. Den Rest von Nikkô morgen, also schön dranbleiben…

16
Jan
09

日光第二部

Nikkô, die Zweite

Am 2. Tag in Nikkô machten ich, James und Patrizia uns auf, eine kleine Wanderung durch die vom Herbst gefärbten Berge um die Stadt herum zu unternehmen. Wir bestiegen an dieser heiligen Brücke namens Shin-kyô den Bus:

(Foto aus der Nacht davor, bei Tage so hier, man beachte die Herbstfarben:)

Der Bus brachte uns auf den nächstgelegenen Berg und an die Kegon-Fälle…

…am Ausfluss des Chûzenji-ko-Sees,…

…um den wir zu 1/4 herumliefen, um zum 2. Teil des Futarasan-Schrein zu gelangen, der zum Teil in der Stadt, zum Teil hier und zum Teil ganz oben auf dem Berg zu finden ist…

…und vor dem sich eine Bushaltestelle befindet. Hier bestiegen wir einen anderen Bus, der uns noch etwas weiter den Berg rauf zu den Yû-no-Taki-Wasserfällen (Wörtlich: Warmwasser-Fälle) und dem dazugehörigen Yû-no-ko-See (Warmwasser-See) brachte.

Tip: Das Wasser ist warm. Sogar unten, nach dem Wasserfall, ist es noch etwas Lauwarm. Der gesamte See ist auch warm, bis zu 42 Grad sogar, und sehr Mineralhaltig, was dem Wasser eine tolle blaue Farbe verleiht. Go go Gadget Fotostrecke:

Von hier an geht es durch den Wald und über einen Bohlenpfad durch einen Sumpf. Das einzige, was dabei wirklich zu erzählen wäre, ist, dass 1. Holz für die Erneuerung des natürlich immer wieder verrottenden Pfades per Hubschrauber eingeflogen wird (ist ja schließlich Nationalpark), wovon wir Zeugen wurden, und dass 2. der Pfad nicht schnell genug erneuert wurde, wovon mein Knie leider noch tagelang zeugte.

Nachdem wir an diesem Minitempel vorbeigegangen waren,…

…ging es über diese Brücke…

…direkt in die nächste Fotostrecke.

Dieser Fluß führt früher oder später zu den Ryûzû-no-taki, oder Drachenkopf-Wasserfällen. Diese heißen so, weil sie 1. eine lange, gewundene Reihe kleiner Kaskaden darstellen, die sich etwa 1,5 Kilometer hinziehen, und 2., weil der größte ihrer Fälle in eine art Minischlucht fällt, die eine ganz erstaunliches Grollen erzeugen. Und es ganz nebenbei unmöglich machen, die eigentlichen Fälle zu sehen.

Hier sind Teile der Fälle, die man  sehen konnte:

…und so weiter, bis man wieder am Chûzenji-ko ankommt. Das ganze dauert dann so seine 4 Stunden, plus 1 1/2 Stunden Busfahrt nach oben, macht Zeit für den Heimweg.

Noch ein Blick zurück Richtung Nantai-san:

23
Nov
08

あちこちに

hier und da

So, damit es hier endlich mal wieder was kleines zu lesen gibt (Fotos fallen heute aus wegen Bodennebels), gibt es hier mal eine kleine Zusammenfassung meiner Umtriebe der letzten… aehm… seit dem letzten Post, und auch von davor noch, weil der war ja schon nachgeholt, und… aehm (Umlaute fallen aus wegen japanischer Tastatur & Sprachausgabe).

Doch vorerst: Es begab sich aber zu der Zeit, dass boese Zungen unter den Menschen wandelten, die da behaupteten, der AUtor seie verstummet und verschollen, und die Gebeine seiner Propheten bleichten in der Sonne. Ich aber sage euch: Der AUtor ist frisch und lebendig, und, so Ruhe einkehret unter den Pferden und einstellet sich eine Internetverbindung, die da spinnet Faeden von erklecklicher Bandbreite, die auch Daguerreotypien flink wie der Wind zu tragen im Stande sind, wird er herniederfahren zwischen die Tasten und wird schildern Maeren wild und voller… voller… schoener Fotos… und nachholen alles, was da sich eingestellet und begeben hat in jener Zeit.

3 Monate ohne Zuhause nagen einfach etwas an den Nerven, so dass ich, wenn ich mal Internet zur Verfuegung hatte, lieber nach Hause telefoniert habe, statt Fotos rauszusuchen, sie hochzuladen und mich mit dem WordPress-Editor zu unterhalten. Vielleicht liegts an meiner Ineffizienz, aber ich brauche mindestens 2, meistens eher 4 Stunden fuer einen vernuenftigen Post, und die konnte oder wollte ich waehrend meiner Reisen nicht investieren. Ich habe aber in meinem kleinen Moleskine-Notizbuch (vielen Dank nochmal, Lena) schon ein paar irregulaere Posts fast fertig geschrieben, die dann auch hier landen werden, neben den Reiseberichten und natuerlich Fotos, Fotos und noch mehr Fotos. Also* verzeiht mir ein weiteres mal, und seid gewiss, dass spaetestens ab mitte Dezember, wenn ich wieder fuer eine Weile in Deutschland bin, hier eine Menge neues Material ins Haus steht.

Jetzt aber kommt ein Kurzabriss meiner bisherigen Reise, japanischem Interesse entsprechend aufgeschluesselt nach den lokalen Spezialitaeten.

Nach Tôkyô (Monjayaki – sieht etwas aus wie erbrochen, und ist dem Okonomiyaki definitiv unterlegen) ging’s, wie ihr wisst, nach Nikkô (wenn ihr das nicht wisst, warum beschwert ihr euch dann?), das auch plichtbewusst mit der versprochenen Pracht und Kultur und allgemeinen Entzueckung aufwartete. Spezialitaet ist Yuba – ganz lecker, aber letztlich nicht allzu faszinierend. Naechster Halt war Nagano (Oyaki – klasse), wohin mich zwei der Leute aus Nikkô noch begleiteten. Nagano selbst ist euch vielleicht von gewissen olympischen Winterspielen bekannt, die aber sind laengst vergangen. Dafuer befindet sich Nagano 1. in den Japanischen Alpen und damit in einer atemberaubenden Gegend, die unter anderem auch von den beruehmten Thermalquellenaffen bewohnt werden, und 2. im Besitz eines Tempels, der wiederum seinerseits im Besitz des Schluessels zur Erloesung ist. Weiterhin im Norden und in den Alpen befindet sich Matsumoto, das wegen des Japanischen Ukiyo-e – Museums mein Ziel wurde, und wo Hachi no Ko (Bienenlarven), Inago (Grillen) und Basashi mit Vergnuegen verspiesen werden – hier hab ich nix probiert. Dann kam auch schon mein bisheriger Lieblingsort, Kyôto (Yatsuhashi, an sich lecker, aber mir viel zu suess), wo sich Schreine und Tempel bisher nicht geseher Pracht und Einzigartigkeit die O-Mamori in die Hand geben und die Leute sehr nett sind, wenn sie reden, man sie aber nicht versteht, wenn sie nichts sagen. Naechster Halt: Ôsaka, Spezialitaeten Takoyaki und Ikayaki, wo ich mich mit Masayo, meiner Tandempartnerin aus Berlin, traf, mit der ich erst das riesige Aquarium und am Folgetag fuer einige sehr schoene Tage ihre Eltern in Beppu besuchte (die Spezialitaet sind heisse Quellen, das reicht). Auch in Kumamoto war ich dann, um einen mit Masayos Mutter befreundeten Soba-von-Hand-Hersteller zu besuchen. Jetzt bin ich in Hiroshima, wiederum bei Freunden von Masayos Familie. Hiroshima ist ein ziemlich seltsamer Ort – aber davon spaeter. Morgen Abend geht es schon wieder nach Tôkyô, von wo ich noch einen Abstecher zum Fuji-san plane. Ein guter Zeitpunkt, sich Mitbringsel zu wuenschen, waeren daher die naechsten Tage… =)

So, das mal als Kurzupdate. Ausfuehrlich kommt das natuerlich auch noch alles.

31
Okt
08

日光を見なうち、結構と言うな

Sage nicht „prachtvoll“, wenn du Nikkô nicht gesehen hast

Dies ist ein alter japanischer Sinnspruch, und alles andere als unwahr. Nikkô besitzt Pracht aller Art in Hülle und Fülle, und lässt sich hier eigentlich gar nicht beschreiben, ohne dem Orte Unrecht zu tun. Ich war genau zur richtigen Zeit da, nämlich dann, wenn der Herbst den Pinsel auspackt, „dannwollnwama“ schnauft, die Aluleiter unter den Arm klemmt und sich daran macht, die Bäume, die nicht schnell genug auf sich selbst sind, rot, gelb und so weiter anzupinseln.

Um diese Pracht voll auszukosten, macht man sich am besten wandernderweise auf den Weg durch die umliegenden Berge, während die Pracht der Tempel- und Schreinanlage, die die andere Attraktion der Stadt bildet, vorerst im Tal zurückbleibt. In der Jugendherberge treffe ich auf James, einen Australier, Patricia, eine Portugiesin, und Mike, einen Engländer, mit denen ich den ersten Tag verbrachte. Mike fuhr danach ab, die anderen beiden sind bis gestern noch an meiner Seite gewesen.

An jenem ersten Tag machten wir uns auf die – aufgrund kurz nach dem Losgehen einsetzenden Regens nassen – Socken, um den Kirifuri-Wasserfall und die drei weiteren Fälle in seiner Nähe aufzusuchen. Die Fälle sehen so aus:

Der Vorteil des Regens war, dass viel Dunst entstand, der für Aussichten wie diese sorgte:

Danach ging es durch den Wald flussaufwärts zu den anderen Fällen, wobei der Wald mitatemberaubendheiten nicht geizte, aber schaut einfach selbst:

James und der 2. Wasserfall

Die 3. Fälle. Aufgrund des Regens ließen wir den letzten Wasserfall aus und begaben uns zurück nach Nikkô, wo James und Patricia einen Waschsalon suchten, um ihre Schuhe in den Trockner zu packen, und ich und Mike noch den Tempelattraktionen einen Besuch abstatteten, genau genommen nur einer, nämlich dem Tôshôgu, der Tokugawa Ieyasu geweiht ist (Wer das hier liest und immer noch nicht weiß, wer das ist, sei gestrafet dadurch, dass er das jetzt selbst nachschlagen muss). Ich habe zwar ein paar Fotos gemacht, aber meine Kamera hatte nicht mehr genug Saft, weswegen die meisten verwischt sind, also nehmt mit denen auf Wiki vorlieb – die sind, ehrlich gestanden, eh besser…

31
Okt
08

東京市さようなら

Abschied von Tôkyô

So, ich bin auf der Waltz, aber ein Paar Sachen aus Tôkyô hab ich noch nicht berichtet. Manches davon war auch gar nicht so doll, aber eines will ich euch dann doch noch zeigen: Den Tsukiji-Fischmarkt.
Der Markt soll am besten zwischen 5 und 8 Uhr sein, aber ich wollte dann auch nicht übertreiben und bin gegen 6 aufgestanden, um gegen halb sieben dort aufzulaufen. Da waren die Auktionen zwar schon vorbei, aber es gab immer noch viel zu sehen. Natürlich jede Menge Fische…

…verschiedenster Arten.


Darunter natürlich auch den hoch geschätzten Thunfisch.

Dieser Mann schneidet gerade das Riesenbiest (Kopf und Schwanz fehlen schon, und das sind locker noch mal 60 cm!) zu solch handlichen Stücken,…

…die dann für ziemlich viel Geld vor allem an Restaurants und Fabriken gehen.
Katsuobushi ist eine Möglichkeit, die kleineren Thunfische zu verarbeiten, und sieht so aus:

Es gibt natürlich auch Miesmuscheln, die so groß sind wie zwei meine Hände (die kurze Seite der Kiste ist unterarmlang),…

…Tintenfisch…

…und Krebstiere aller Arten.

Das hier ist keine normale Schwimmkrabbe, was man daran erkennt, dass sie unten leuchtend blau und etwa 2 1/2 mal so groß ist:

Der Markt ist ebenso beliebt bei Touristen wie bei Großhändlern und ganz normalen Menschen, die die Möglichkeit, unnachahmlich frischen Fisch zu sehr günstigen Preisen zu erstehen, ausnutzen, und daher ziemlich voll.

All die Styroporkisten müssen natürlich irgendwo hin – hierhin.

Mit im Bild: Eines der von mir liebevoll „Schienbeinbrecher“ genannten Lieferfahrzeuge, die mit forschen 25-30 km/h fröhlich durch die Menschenmenge brezeln, die auf der anderen Seite der Halle und in derselben Fische begutachtet. Nicht im Bild: Frühstück. Es gibt zwar einige Sushi-Restaurants, die wahrscheinlich das frischste Sushi der Welt zubereiten, aber das ist mir so am Morgen doch noch eine Nummer zu hart. Ich hatte darauf gehofft, irgendwo einen schönen frisch gegrillten Tintenfisch oder ähnliches zu bekommen, aber: Pustekuchen.

Ein Paar Blocks weiter finden sich dann tausende kleiner Stände, die Essen aller Art anbieten, Soba, Udon, Okonomiyaki

…aber keinen gegrillten Fisch. Na dann nicht.

Auf dem Weg zur U-Bahn habe ich mich dann total verlaufen, was sich aber als Glücksfall herausstellte, weil ich beim Blick auf eine Karte bemerkte, dass ich mich schon unweit des Kabuki-za befand – und mit diesen letzten Bildern des berühmten Theaters verlasse ich Tôkyô vorerst, zumindest was die Berichterstttung hier betrifft.

31
Okt
08

僕の旅

meine Reisen

Falls noch jemand zuliest, die regelmäßigen :roll: Updates bleiben gerade aus, weil ich auf Reisen bin und Internetzugang eher unregelmäßig zur Verfügung steht. Da ich heute aber aufgrund allgemeiner Erschöpfung und eines schmerzenden Knies beschlossen habe, eine Pause einzulegen und den Großteil des Tages hier im Ryokan zu verbringen, was mir Gelegenheit gibt, ein WLAN-Ticket zu erwerben und mal wieder was zu schreiben.
Ein letzter Tôkyô-Post kommt, dann Nikkô und Nagano. Ich selbst fahre morgen nach Matsumoto, danach gehts in die Kansai-Region, bis runter nach Kyûshu. Viel Spaß mit den neuen Artikeln!